Der Kassenbon wirkt auf den ersten Blick wie ein unverändertes Detail des Alltags. Kleines Stück Papier, kurze Zeile, fertig. Doch wer genauer hinschaut, merkt: Die Technologie dahinter verändert sich gerade in einem Tempo, das viele Unternehmen überrascht.
Thermodruck ist keine reife, stagnierende Technik. Es ist ein Markt mit einem globalen Volumen von über 35 Milliarden US-Dollar (2025), der bis 2033 auf rund 50 Milliarden US-Dollar anwachsen soll. Getrieben von E-Commerce, Logistik, Gesundheitswesen und einem wachsenden regulatorischen Druck rund um Chemikalien und Nachhaltigkeit.
Was bedeutet das für Betriebe, die täglich Kassenrollen verbrauchen? Hier ist, was Sie wissen sollten.

1. BPA war erst der Anfang – der Weg zur vollständigen Phenolfreiheit
Die EU hat BPA (Bisphenol A) im Thermopapier bereits seit Januar 2020 verboten. Der Grund ist eindeutig: BPA ist ein Stoff mit hormoneller Wirkung, der über die Haut aufgenommen werden kann – besonders relevant für Mitarbeitende, die täglich hunderte Bons anfassen.
Viele Hersteller sind daraufhin auf BPS (Bisphenol S) umgestiegen. Das Problem: BPS hat ähnliche toxikologische Eigenschaften wie BPA. Regulierungsbehörden und Wissenschaftler beobachten diesen Ersatzstoff kritisch, und weitere Regulierungsschritte gelten als wahrscheinlich.
Die Richtung der Branche ist klar: weg von Bisphenolen insgesamt, hin zu vollständig phenolfreien Entwicklern. Alternativen auf Basis von Vitamin C (Ascorbinsäure) oder Pergafast-Technologie sind bereits verfügbar und gewinnen Marktanteile. Erkennbar sind diese Papiere oft an ihrer blauen Farbe – ein Zeichen für den Verzicht auf chemische Farbentwickler.
Für Betriebe bedeutet das: Wer heute noch auf günstigstes Standardpapier ohne Herkunftsnachweis setzt, kauft möglicherweise Material, das morgen nicht mehr konform ist. BPA-frei ist der Mindeststandard. Phenolfrei ist die Zukunft.
Die Rollen von Dicom erfüllen bereits heute den BPA-freien Standard und werden in Deutschland produziert – mit dem Qualitätsbewusstsein, das weitere regulatorische Entwicklungen absichert.
2. Linerlose Etiketten: Weniger Abfall, mehr Rollen pro Kern
Ein Trend, der vor allem in Gastronomie, Logistik und Lebensmitteleinzelhandel Fahrt aufnimmt: linerlose Etiketten (auch „linerless labels" genannt).
Klassische Selbstklebeetiketten bestehen aus zwei Schichten: dem Etikett selbst und einem Trägerpapier (Liner), das nach dem Abziehen entsorgt wird. Dieser Liner macht je nach Produkt 30 bis 40 Prozent des Gesamtgewichts einer Etikettenrolle aus – und landet direkt im Müll.
Linerlose Etiketten verzichten auf dieses Trägerpapier. Das bringt gleich mehrere Vorteile:
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Mehr Etiketten pro Rolle bei gleichem Rollendurchmesser
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Deutlich weniger Verpackungsabfall
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Flexiblere Schnittlängen – das Etikett wird erst beim Druck auf die benötigte Größe zugeschnitten
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Geringeres Gewicht für Transport und Lagerung
Besonders in der Systemgastronomie und im Liefergeschäft setzen immer mehr Betriebe auf linerlose Lösungen. Der Bon, der dem Takeaway-Bestellbeutel aufgeklebt wird, muss schnell, lesbar und rückstandsfrei sein – Anforderungen, die linerlose Thermoetiketten gut erfüllen.
3. Wireless und Cloud: Der Drucker denkt mit
Moderne Thermodrucker sind längst keine isolierten Geräte mehr. Bluetooth und WLAN-Konnektivität sind mittlerweile Standard in neuen Gerätemodellen – was früher eine kabelgebundene Infrastruktur erforderte, läuft heute über das Netzwerk.
Darüber hinaus integrieren Hersteller wie Epson, Zebra und BIXOLON zunehmend Cloud-Management-Systeme. Das bedeutet:
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Fernüberwachung des Druckerstatus und Papiervorrats
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Automatische Firmware-Updates über das Netzwerk
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Papierverbrauchsauswertung für mehrere Standorte gleichzeitig
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Prädiktive Wartung – der Drucker meldet sich, bevor ein Problem entsteht
Epson hat Anfang 2025 mit dem TM-T20IV einen Bon-Drucker vorgestellt, der sich nahtlos in PC-POS- und mobile POS-Systeme integriert, mit einer Druckgeschwindigkeit von 250 mm pro Sekunde arbeitet und durch papieroptimierte Einstellungen den Verbrauch um bis zu 30 Prozent reduzieren kann.
Für Betriebe mit mehreren Kassen oder Filialen eröffnet das neue Möglichkeiten bei der Betriebssteuerung – und macht den Papiervorrat zu einem verwaltbaren Parameter statt einem ungeplanten Problem.
4. RFID-Integration: Der Bon als Datenpunkt
Ein Bereich, der noch nicht im breiten Einzelhandel angekommen ist, aber in Logistik, Pharmazie und Industrie stark wächst: RFID-fähige Thermetiketten.
Dabei wird ein RFID-Chip in das Etikett integriert, der beim Thermaldruck gleichzeitig beschrieben wird. Das Ergebnis ist ein Etikett, das sichtbar lesbar ist – und gleichzeitig per Funksignal ausgelesen werden kann, ohne direkten Sichtkontakt.
Anwendungen, die bereits heute im Einsatz sind:
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Lagerlogistik und Kommissionierung: Paletten und Kartons lassen sich ohne Handscanner erfassen
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Pharmakennzeichnung: Medikamentenchargen werden lückenlos rückverfolgbar
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Retail Inventory: Automatische Bestandserfassung ohne manuellen Scan
Für klassische Bon-Drucker im Einzelhandel oder der Gastronomie ist RFID noch kein unmittelbares Thema. Für alle Betriebe aber, die im Lagerbereich oder mit B2B-Lieferprozessen arbeiten, lohnt es sich, diesen Trend zu beobachten.
5. Farbiger Thermodruck: Sichtbarkeit ohne Tinte
Eine weitere Entwicklung, die zunehmend in Anwendungen für Tickets, Apotheken-Bons und Lebensmitteletiketten auftaucht: Farb-Thermodruck.
Moderne Thermopapiere können heute in begrenztem Umfang Farbe erzeugen – durch mehrschichtige Beschichtungen, die auf unterschiedliche Temperaturen reagieren. Schwarz für Barcodes, eine zweite Farbe (häufig Rot) für Hinweise oder Hervorhebungen.
Das ermöglicht visuell differenzierte Belege und Etiketten, ohne auf Tinte oder Toner zurückgreifen zu müssen – mit all dem Wartungsaufwand, den das bedeuten würde.
Was das für Ihren Betrieb bedeutet
Die Kerntechnologie des Thermodrucks bleibt dieselbe: Hitze auf beschichtetes Papier, kein Verbrauchsmaterial außer der Rolle. Das ist der eigentliche Grund, warum Thermodruck so dominant ist – und es bleibt.
Was sich verändert, sind die Anforderungen an das Papier selbst. Regulatorisch, ökologisch und in Bezug auf Qualität und Haltbarkeit.
Wer heute Thermorollen kauft, sollte auf folgende Punkte achten:
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BPA-frei ist Pflicht – phenolfreie Alternativen gewinnen an Relevanz
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Qualitätspapier aus bekannter Herstellung schützt den Druckkopf und verlängert die Lebensdauer der Geräte
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Lauflänge und Rollendurchmesser müssen zum Gerät passen – Kompromisse hier kosten Zeit und Nerven
Bei Dicom liefern wir BPA-freie Thermorollen, hergestellt in Deutschland, in den Standardformaten für EC-Terminals, Kassendrucker und Bondrucker – direkt und ohne Umwege.